Milenas Reise
Resigniert lasse ich den Spüllappen ins erkaltete Wasser gleiten. Die Schwäche, die seit einiger Zeit mein täglicher Begleiter ist, übermannt mich. Ich stütze mich auf der Küchenspüle ab, kann das alles nicht mehr. Mein Leben ist ein einziges Chaos, in dem ich zu versinken drohe.
Nachdem ich ein paar Minuten tief durchgeatmet habe, raffe ich mich auf, gehe mit schweren Schritten ins Wohnzimmer und lasse mich auf die Couch fallen. Das große Fenster ist mit Kunstschnee und Strohsternen dekoriert und ich sehe, dass eine feine Schneeschicht die Wiese unseres Gartens bedeckt hat. Mein Herz zieht sich zusammen. Weihnachten ist mein liebstes Fest. Seit die Kinder da sind, schaffe ich es nicht mehr, die Vorweihnachtszeit zu genießen. Job, Kinder und Haushalt fressen mich auf.
Meine Große ist acht. Sie könnte ein wenig mithelfen, aber es gelingt mir nicht, ihr Aufgaben zu übertragen, weil mir die Geduld fehlt, ihr zu erklären, was sie tun soll. Die Kleine ist sechs und geht in die erste Klasse. Auch bei ihr mangelt es mir an Ausdauer, sie anzuleiten. Es geht schneller, wenn ich es selbst erledige.
Natürlich bemerkt mein Mann, wie es um mich steht und fragt, was er für mich tun kann. Eine Antwort darauf fällt mir schwer, ich weiß doch selbst nicht, wo das eigentliche Problem liegt. Eine Woche durchschlafen würde mir helfen, aber wie soll das gehen? Stefan kann unmöglich für längere Zeit seine Vaterpflichten erfüllen und dazu noch meine Aufgaben übernehmen.
Normalerweise ruhe ich mich aus, wenn ich abends vor dem Fernseher sitze. Heute geht es nicht anders. Meine Lider werden schwer. Ich kämpfe erfolglos dagegen an, sollte weiter machen. Gleich kommen die Kinder aus der Schule und es ist Zeit für die Hausaufgaben.
Ein Klingeln an der Tür schreckt mich auf. Orientierungslos sehe ich mich um, dann raffe ich mich auf und schlurfe zur Tür. Wer kann das sein? Der Paketbote kommt normalerweise später und bestellt haben wir auch nichts.
Als ich den Türöffner drücke, summt es leise und ich höre, wie die Haustür aufgedrückt wird. In der Tür erscheint ein korpulenter Mann, der – ich kann es kaum fassen – einen samtigen roten Mantel, eine passende Hose, schwere Stiefel und eine Mütze mit weißem Fellrand und Bommel trägt. Ungläubig starre ich ihn an und frage mich, wer ihn freigelassen hat und was er von mir will.
»Sind Sie Milena Berger?« Seine tiefe Stimme dröhnt durch den Hausflur.»J … ja«, stottere ich.
»Dann habe ich etwas für Sie. Viel Spaß damit.«
Sein weißer Bart verdeckt das halbe Gesicht, aber ich erahne, dass er lächelt.
Ich nehme das Geschenk und sehe es ungläubig an. Es ist in wunderschönes Papier eingepackt, das bei jeder Bewegung eine andere Pastellfarbe zeigt. Eine große Schleife prangt darauf. Als ich genauer hinsehe, entdecke ich einen Anhänger mit meinem Namen. Als ich aufsehe, ist der Mann verschwunden. Ich habe mich nicht mal bedankt.
Zurück in der Wohnung, frage ich mich, was ich damit tun soll. Warte ich, bis Weihnachten und lasse mich überraschen, wer mir dieses Geschenk gemacht hat? Oder öffne ich es sofort? Heiligabend ist in zwei Tagen. Da kann ich doch schon mal kurz reinschauen.
Ich setze mich zurück auf die Couch. Bevor ich weitere Überlegungen anstellen kann, lösen meine Finger bereits das Klebeband. Gut, dann eben jetzt.
Ich liebe es schon immer, Geschenke in Zeitlupe auszupacken, weil ich das Gefühl der Vorfreude genieße. Das Kribbeln in meinem Bauch steigt ins Unendliche, bis ich endlich das in der Hand halte, was das Geschenkpapier verborgen hat. Es ist eine ringgebundene Kladde mit einem schlichten rosa Cover. In einer Art Schreibschrift steht »Milenas Reise« darauf. Was ist das? Ein Reisetagebuch?
Ich öffne es und entdecke leere, linierte Seiten. Ich lasse sie durch meine Finger gleiten und rieche diesen unvergleichlichen Geruch. Die holzige Note von Papier habe ich schon immer geliebt.
Bevor ich Mutter wurde, habe ich viel gelesen, auch dafür fehlt mir die Zeit.
Ich blättere auf die erste Seite zurück und sehe sie mir ratlos an. Aus dem Nichts erscheint ein stilisierter Füller auf dem Blatt, der sich von links nach rechts bewegt und dabei einen Schriftzug hinterlässt. Nutze mich klug.
Aha, was soll mir das sagen? Soll ich etwas schreiben? Ich gehe zur Kommode im Flur und nehme einen Kugelschreiber aus der Schublade. Zunächst traue ich mich nicht, hineinzuschreiben. Wozu sollte ein liniertes Buch sonst da sein?
Wer bist du?,
Beim Schreiben breitet sich ein mulmiges Gefühl in mir aus. Bin ich verrückt geworden?
Ich bin immer für dich da und bewahre deine Gedanken und Gefühle.
Und wie willst du das anstellen?
Schreibe deine Gedanken auf.
Das ist eine seltsame Art der Hilfe.
Fang direkt an. Was denkst du gerade?
Ein wenig schäme ich mich, das zu schreiben, was mir seit Wochen und Monaten im Kopf herumschwirrt, doch dann fasse ich mir ein Herz und lasse heraus, was ich denke.
Ich kann das alles nicht mehr.
Die Antwort erscheint in derselben Sekunde.
Was ist das alles?
Morgens aufstehen, die Kinder wecken und fertigmachen, zur Arbeit hetzen, mittags zurück, den Haushalt erledigen und das Essen vorbereiten. Anschließend die Hausaufgaben der Kinder betreuen und spielen. Nebenbei Abendessen kochen. Am Tagesende liege ich völlig erschlagen auf der Couch. Mein Leben fliegt an mir vorbei und ich kann nichts dagegen tun.
Ein wenig schäme ich mich. Ich liebe meine Familie und ich möchte sie nicht missen. Heute wird mir das erste Mal klar, dass ich mein Leben falsch angegangen bin.
Du kannst etwas tun. Noch heute.
Schlauberger, wenn man nicht in meiner Situation ist, kann man das gut sagen.
Als ich nicht reagiere, erscheinen weitere Worte auf dem Blatt.
Du hast vorhin über eine Sache nachgedacht, erinnerst du dich, was es war? Die Lösung steckt in dir, du musst sie nur finden.
Es ist fast, als könnte ich ein freundliches Lächeln aus den Worten heraushören, als wäre das Wesen aus dem Buch, oder was auch immer es ist, dabei gewesen, als ich mich vorhin auf der Couch ausgeruht habe.
Ich versuche mich zu erinnern, woran ich vorhin gedacht habe. In letzter Zeit schwirren so viele Gedanken in meinem Kopf herum, dass ich oft glaube, er platzt gleich. Was meint es? Ich denke ununterbrochen über Dinge nach.
Lass dir Zeit. Du kommst schon noch drauf.
Damit verschwinden der Stift und auch das, was wir zuvor geschrieben haben, und das Buch sieht wieder aus wie ein gewöhnliches liniertes Buch.
Zeit ist das Einzige, was ich nicht habe. Mein Leben besteht aus Hetze und mal eben schnell erledigten Tätigkeiten. Von anderen Müttern weiß ich, dass sie es genießen auf der Arbeit zu sein, weil sie Abstand von der Familie haben und nicht ständig aus ihren Gedanken gerissen werden. Bei mir ist das anders. Ich bin immer gehetzt und muss alle Aufgaben so schnell wie möglich erledigen. Mein Perfektionismus lässt mich alles so schnell wie möglich erledigen, damit ich meine imaginäre Liste der offenen Punkte am Abend erledigt habe.
Ich lege das Buch auf den Couchtisch und rapple mich hoch. Der Abwasch macht sich nicht von allein. Kurz vor Weihnachten hätte ich gern auf die defekte Spülmaschine verzichtet. Das Abspülen von Hand raubt mir noch mehr Zeit. Und wenn ich ehrlich bin, die Episode mit dem wunderlichen Mann und dem Buch auch.
Während ich die restlichen Teller und den Topf abspüle, wandern meine Gedanken zurück zu dem geheimnisvollen Stift. Was meinte er damit, dass ich einen Teil der Lösung wüsste? Herrgott, warum kann sich niemand mal klar ausdrücken? Ich habe keine Energie, um über kryptische Bemerkungen nachzudenken.
Nach dem Abwasch räume ich die Sachen der Kinder auf und sauge die Wohnung. Ein Gedanke schwirrt durch meinen Kopf, zeigt sich aber noch nicht. Krampfhaft versuche ich diese verschlossene Schublade in meinem Geist zu öffnen, aber sie bleibt geschlossen. Ich versuche sie zu knacken, weil ich weiß, dass die eine Sache, die dort versteckt ist, mir helfen würde, ein entspannteres Leben zu führen, aber es gelingt mir nicht.
Ein Hämmern am Wohnzimmerfenster reißt mich aus meiner Trance. Ich zucke zusammen und stelle mit Erschrecken fest, dass Luisa und Mia vor mir stehen. Sie werden von einer Nachbarin mit nach Hause genommen, die ihre Kinder von der Schule abholt und unsere Kinder netterweise mitbringt. Oh Gott, es ist 13 Uhr und ich habe noch nicht gekocht.
»Guck mal Mami, es schneit.« Luisa strahlt übers ganze Gesicht.
»Können wir einen Schneemann bauen?« Mia sieht mich bittend an.
»Süße, es liegt noch gar nicht genug Schnee für einen Schneemann. Lass uns etwas warten.« Ich streichle ihr zärtlich über den Kopf. »Zieht eure Schuhe aus und kommt rein.«
Dann fällt mir wieder ein, dass ich kein Essen vorbereitet habe, weil ich meine Zeit mit dem Buch verplempert habe. Die leise Stimme in mir sagt, dass sie nicht verplempert war. Ich ignoriere sie.
»Halt, lasst die Schuhe an. Wir gehen Pizza essen.«
Das Gejubel der Kinder lässt mich fast taub werden und ich muss lächeln. Wie leicht ich meine Mädchen glücklich mache.
»Bleibt kurz im Garten. Ich ziehe mir etwas Warmes an und komme außen rum, um euch abzuholen.«
Bevor ich zu Ende gesprochen habe, stürmen sie los und machen mit dem wenigen Schnee eine Schneeballschlacht. Ihr Gekreische und Gekicher begleiten mich in den Flur. Ich ziehe meine Schuhe und die Jacke an und verlasse die Wohnung.
Am Abend sitze ich mit Stefan auf der Couch. Wir sehen uns eine Quizshow an, die für mich meistens Zeitverschwendung sind. Ich rätsele zwar gerne mit, aber ich könnte auch auf diese Form der Unterhaltung verzichten und die Zeit stattdessen besser nutzen. Stefan zuliebe verbringe ich die Abende auf diese Art mit ihm.
Dann fällt mir das Buch ein. Ich scheue mich, Stefan davon zu erzählen. Gerade als ich mich ins Bett verabschieden will, um noch einmal mit dem geheimnisvollen Stift Kontakt aufzunehmen, dreht er sich zu mir. »Schatz, du bist heute so anders. Viel gelöster als sonst. Was ist passiert?«
Ich bin anders? Wie kommt er darauf? »Nichts. Ich war heute mit den Kindern Pizza essen.«
»Gute Idee. So kurz vor Weihnachten ist es überall trubelig. Du hast sicher wieder viele Weihnachtsvorbereitungen getroffen? Die Kinder haben sich gefreut?«
Seine Reaktion irritiert mich. Wir hatten zu Beginn unserer Elternschaft beschlossen, für die Kinder immer frisch zu kochen. Irritiert runzle ich die Stirn.
»Was ist?« Er lacht. »Sie essen ja nicht jeden Tag Pizza. Oder etwa doch?« Sein Zwinkern zeigt mir, dass er die letzte Frage nicht ernst meint.
Ich schmiege mich an ihn und genieße seinen herben Geruch, den ich so sehr an ihm liebe. Eng aneinander gekuschelt sehen wir die Sendung zu Ende.
»Ich gehe jetzt ins Bett«, verkünde ich.
»Ich bin noch fit. Schlaf schön.« Er gibt mir einen Gute-Nacht-Kuss und ich verschwinde im Schlafzimmer.
Das Buch, das ich in der Schublade meines Nachttisches verstaut habe, wartet auf mich. Ich nehme es heraus und öffne es. Das ist doch verrückt. Sicher habe ich mir das alles nur eingebildet, oder? Gespannt nehme ich es heraus und schlage es auf. Prompt erscheint der stilisierte Stift.
Gut gemacht! Du hast einen Schritt in die richtige Richtung gewagt.
Stirnrunzelnd antworte ich.
Was genau meinst du?
Ich bin ratlos. Was habe ich denn anders gemacht? Obwohl, ich habe meinem Bauchgefühl vertraut und spontan das gemacht, wonach mir der Sinn stand, statt mich von meinen Pflichten einengen zu lassen.
Wer sagt denn, dass das meine Pflichten sind? Habe ich sie mir auferlegt oder waren es Stefan und die Kinder?
Ich sehe, bei dir ist der Groschen gefallen. Sehr gut.
Du meinst, ich sollte öfter machen, wonach mir der Sinn steht, statt meine Aufgaben abzuarbeiten?
Ungläubig starre ich auf das Blatt, erwarte, dass jeden Moment eine Antwort erscheint.
Die Seite bleibt leer.
Rede mit mir!
Ich möchte vor Entrüstung gegen das Buch schlagen. Warum redet es nicht mehr mit mir? Egal, was ich versuche, ich erhalte keine Antwort.
Gefrustet beschließe ich, das Licht zu löschen, doch der Schlaf will nicht kommen. Als Stefan sich leise zu mir legt, halte ich meine Augen geschlossen. Ich bin so gefangen in meinen Gedanken, und mit der Frage, was das Buch mir sagen will, dass ich keine Lust habe, ihm zu zeigen, dass ich noch wach bin.
Am nächsten Tag werde ich vom Geräusch der Kaffeemühle geweckt. Seltsam, normalerweise bin ich die erste, die aufsteht. Als ich auf die Uhr sehe, fällt mir auf, dass nicht mal der Wecker mich wach bekommen hat. Meine Augen sind verquollen, weil ich die halbe Nacht nicht geschlafen habe, und mein Körper fühlt sich bleischwer an. Aus der Küche höre ich die gedämpften Stimmen der Mädchen. Sind sie etwa schon auf?
Ich ziehe mir etwas über und tapse in die Küche und stutze einen Moment. Am Küchentisch sitzen zwei vollständig angezogene Kinder und essen ihr Müsli. Ich gehe zu ihnen und umarme sie innig.
»Guten Morgen, meine Süßen, ihr seid ja schon fertig.«
»Ja, du hast so tief geschlafen, ich wollte dich nicht aufwecken. Es ist kein Problem, sie ausgehfertig zu machen und ihnen das Frühstück hinzustellen.« Stefan sieht mich liebevoll an. »Geht es dir gut? Du guckst so seltsam.« Er klingt beunruhigt.
Ich nicke. Bei seinen Worten ist mir klar geworden, dass er nie die Chance hatte, sich um die Kinder zu kümmern. Ich habe ihm und auch den Mädchen die Möglichkeit genommen, selbstständig Dinge zu erledigen, war immer da, habe für alle vorausgedacht und ihnen den Rücken freigehalten. Ich spüre, wie ein Gewicht von meinen Schultern fällt, weil ich den Alltag von uns gar nicht stemmen muss, sondern nur meinen eigenen. Ich nehme mir vor, bis zum Abend einen Plan aufzustellen, der es mir ermöglicht, mehr Zeit für mich zu haben, ohne die Mädchen zu überfordern oder mehr von Stefan zu verlangen, als er zeitlich geben kann.
»Kommt, Mädels, wir müssen los. Es ist spät«, ruft Stefan, während er seinen Mantel anzieht. Sie stürmen in den Flur und ziehen ihre Winterjacken und –schuhe an. Wie drei Wirbelwinde verlassen mein Mann und die Kinder nach einem Abschiedskuss die Wohnung.
Nachdem ich die Reste des Frühstücks weggeräumt und mir einen Kaffee genommen habe, setze ich mich mit dem Buch an den Küchentisch. Ob es wieder mit mir spricht?
Fast sofort erscheinen Worte auf der zuvor weißen Seite.
Guten Morgen, Milena. Entschuldige bitte die unruhige Nacht. Ich bin mir sicher, dass du neue Erkenntnisse hast?
Das kann man wohl sagen. Ich werde einen Plan erstellen, wie es bei uns weitergehen soll.
Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich mich mit einem Buch unterhalte.
Gern geschehen.
Mir ist, als würde ich ein leises Kichern hören. Ich lausche, aber es ist weg.
Und was jetzt?
Wir kennen uns zwar erst einen Tag, dennoch ist es mir ans Herz gewachsen.
Ich bleibe bei dir und bin immer für dich da, aber nur, wenn du mich wirklich brauchst.
Die darauffolgende Stille scheint mir trotzdem endgültig zu sein.
Bis zum Abend habe ich den Mädchen leichte Aufgaben zugewiesen und Stefan in den Haushalt eingebunden. Es fühlt sich gut an, kleine Dinge abzugeben, die mich in Summe viel Zeit, jeden einzelnen der drei aber nur wenige Minuten kosten. Zusätzlich habe ich den Essensplan überdacht. Zukünftig gibt es mittags nur noch einen kleinen Snack und ich bereite mit den Kindern gemeinsam eine warme Mahlzeit für den Abend zu. Anfangs wird es stressig werden, weil ich alles erklären muss. Den Lohn für meine Mühen ernte ich später, wenn sie kleine Gerichte selbstständig unter Aufsicht kochen können.
Ich fühle mich leicht und von der Frau, die vor einem Tag fast zusammengebrochen wäre, ist nicht mehr viel spürbar. Ich bin erstaunt, wie schnell ich mich berappelt habe. Manchmal bedarf es nur einiger positiver Gedanken und etwas Tatendrang, um sich besser zu fühlen.
Ein Jahr später stehe ich im regelmäßigen Austausch mit dem Buch, das mein Leben verändert hat.
Heute fallen große Flocken vom Himmel. Meine Mädchen sind im Garten und bauen einen riesigen Schneemann. Ich hole in der Küche eine Möhre und einen Topf, damit das schiefe Gebilde zumindest ein wenig wie ein Schneemann aussieht.
Im letzten Jahr habe ich gelernt, dass ich zwischendurch innehalten darf, um den Moment zu genießen. Ich stehe am Fenster und beobachte die Mädchen. Dieses Vorgehen ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ich bin zufrieden. Viele glückliche Momente bereichern mein Leben, seit der seltsame Weihnachtsmann mir »Milenas Reise« übergeben hat.
